Dr. med. vet. Friederike Unkel-Mohrmann

Kleintierpraxis Itzehoe

Kastration des Rüden



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Ihr Rüde soll kastriert werden?

Was erwarten Sie von der Operation?   Soll er:

  • ruhiger werden?
  • weniger aggressiv werden?
  • nicht (mehr) weglaufen, wenn es läufige Hündinnen in der Nachbarschaft gibt?
  • nicht (mehr) „liebeskrank“ sein?
  • keine Eitertropfen (mehr) in Ihrer Wohnung verlieren?
  • keine Prostataprobleme bekommen?
  • keinen Hodenkrebs bekommen?

 

Einiges davon wird sich nach einer Kastration wahrscheinlich ändern, Einiges aber auch allein durch die Kastration nicht!

 

Das Verhalten eines Hundes wird weniger von den Hormonen beeinflusst, als wir uns das als Menschen so vorstellen. Viele Reaktionen sind einfach ein Ergebnis der Erziehung und der Stellung in Ihrem Familienrudel. Ihr Hund wird bestimmte Verhaltensweisen also zeigen, egal, ob er kastriert ist, oder nicht.

Daher ist es in solchen Fällen oft sinnvoll, den Rat einer/s Tierarztes/ärztin suchen, die sich auf Verhaltensmedizin spezialisiert hat. Wir helfen Ihnen gerne weiter!

 

Aber wird mein Hund denn durch eine Kastration nicht ruhiger?

Jeder Hund ist — genau wie jeder Mensch — ein anderer Typ. Je nach Rasse oder Mischung zeigen die Tiere einen ganz unterschiedlichen Bewegungsbedarf, ein mehr oder weniger ausgeprägtes Revierverhalten usw. Deshalb kann es sein, dass der eine unkastrierte Rüde ganz ruhig ist, der andere trotz Kastration ein aufgedrehter „Wusel“.

Insgesamt werden aber die meisten Tiere durch eine Kastration „entspannter“, haben weniger das Bedürfnis sich Konflikten zu stellen.

 

Bitte verwechseln Sie jedoch „ruhiger“ nicht mit „träger“! Das ist nämlich die schlechte Eigenschaft, die kastrierte Rüden tatsächlich oft entwickeln.

Nur kommt die Trägheit nicht vom Kastrieren selbst, sondern vom Fressen! Nach einer Kastration wird das Futter besser im Körper verwertet, deshalb ist es oft ratsam, das Gewicht nach der Operation regelmäßig (monatlich) zu kontrollieren und den Hund bei einer Zunahme auf kalorienarme Nahrung umzustellen. Die gibt dem Hund, anders als es eine kleinere Menge des gewohnten Futters tun würde, weiterhin die richtige Menge Vitamine und Mineralien, die er täglich braucht. Und sie macht, weil sie mehr Ballaststoffe enthält, satt, aber nicht so dick. Jedes Kilo zuviel auf den Rippen bedeutet nämlich mehr Mühe beim Sich-Bewegen. Und ein zu fetter Hund wird eben durch sein Übergewicht „ruhiger“.

 

In unserer Klientel gibt es übrigens eine ganz Menge schlanke, aktive, gut sozialisierte (das ist der Fachausdruck für „gut erzogene“), ausgelastete und deshalb ausgeglichen ruhige, kastrierte und unkastrierte Rüden.

 

Wann ist eine Kastration denn dann empfehlenswert?

Die Operation ist dann wichtig, wenn sie einen Vorteil für Ihren Rüden und Sie bringt.

Wenn ihr Hund also dazu neigt, ständig eine eitrige Vorhautentzündung zu haben, die er durch das Belecken auch noch selbst in Gang hält, ist dies ein guter Grund, ihn zu kastrieren.

Sollte es in Ihrer Nachbarschaft viele Hündinnen geben, deren Besitzer sie regelmäßig läufig werden lassen, ist dies für manche Rüden ein massiver Stress. Sie fressen schlecht, ihr Immunsystem leidet und sie sind nicht ansprechbar. Auch dann schafft eine Kastration wahrscheinlich Abhilfe.

Außerdem bewahrt Sie die Operation vor eventuellen Regressforderungen der Hündinnenbesitzer. Und sie schützt ihren Rüden vor Autounfällen, die immer dann geschehen, wenn er, da sich seine Hormone melden, schnurstracks über die vielbefahrene Straße läuft.

Unbedingt geraten ist die Operation, wenn Ihr Rüde in höherem Alter wiederkehrend Probleme mit der Prostata oder mit dem Enddarm bekommt. Die Kastration ist der wichtigste Teil der Therapie.

Sollte sich gar ein Hoden verändert haben oder einer in der Bauchhöhle verblieben sein, besteht die Möglichkeit, dass Ihr Hund Hodenkrebs entwickelt. Auch dies ist eine Indikation für eine sofortige Kastration des Rüden – denn sie rettet meist sein Leben.

Es ist übrigens nicht sinnvoll, einen Rüden zu „sterilisieren“ (also nur die Samenleiter zu durchtrennen), denn dann bleiben ja beide Hoden im Körper und produzieren weiter Hormone.

 

Sind Sie sich nicht sicher, ob Sie Ihren Rüden kastrieren wollen oder nicht?

Es gibt die Möglichkeit, ihm einen Hormonchip setzen zu lassen. Dieser täuscht entweder für ca. 6 oder ca. 12 Monate je nach gewählter Stärke eine Kastration vor – Ihr Rüde wird chemisch kastriert.

Dadurch können Sie herausfinden, ob die Verhaltensweisen, die Ihnen und Ihrem Liebling das Leben schwer machen, hormonell bedingt sind. Wenn dem so ist, ist eine chirurgische Kastration das Mittel der Wahl.

!!!Wichtig ist es zu wissen, dass manche Rüden nach Setzen der Hormonchips erstmal „Hochgefahren“ werden, sich also unter Umständen über 6-10 Wochen je Chipstärke durchaus männlicher zeigen können!!!

 

Was wird eigentlich operiert?

Bei einer Kastration wird Ihr Rüde in eine Vollnarkose versetzt. Dann werden beide Hoden entfernt. Der Hodensack bleibt an Ort und Stelle. Er bildet sich im Laufe der Zeit zurück, dient aber in den ersten Tagen nach der Operation als „Auffangsack“ für Wundsekrete.

Wegen der heutigen schonenden Narkoseverfahren besteht auch bei älteren Tieren kein besonders hohes Risiko, zumal die Operationsdauer normalerweise relativ kurz ist.

Die Operationsnarben sind meistens sehr klein, und wenn Sie Ihren Hund daran hindern, sie zu belecken, heilen die Wunden nach ein paar Tagen ab.

 

Wir besprechen gerne mit Ihnen Ihre individuelle Situation und werden sicher
gemeinsam den richtigen Weg für Sie und Ihren Rüden finden!

 

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